“Es ist sehr wichtig, dass Kinder nicht auf Bildung verzichten und diese zu Hause fortsetzen können”

In einem Interview mit Kewser Doqo, Ko-Vorsitzenden des Bildungsausschusses in Nord- und Ostsyrien, haben wir über das neue Bildungsprogramm gesprochen, das von der Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyriens im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie ins Leben gerufen wurde.

Dieses Bildungsprogramm soll in den kommenden Tagen über Internet und Fernsehen ausgestrahlt werden, damit der Unterricht und die Bildung der Schülerinnen und Schüler trotz der geschlossenen Schulen nicht aufgehalten wird, da jegliche öffentliche Einrichtungen aufgrund präventiver Massnahme gegen die Verbreitung des Corona Virus geschlossen wurden.

Können Sie uns etwas über den Aufgabenbereich des Bildungsausschusses Nord- und Ostsyriens erzählen?

Der Bildungsausschuss verfolgt und beobachtet alle Bildungsaktivitäten in ganz Nord- und Ostsyrien. Alle regionalen Komitees und Bildungsausschüsse sind an diesen angeschlossen und führen ihre Arbeit auf dieser Grundlage durch.

Die Arbeit des Bildungsausschusses schließt alle Bildungen von der Vorstufe bis zur Oberstufe ein. Die Koordination der Universitäten ist ebenfalls an diesen Ausschuss angebunden. Die Arbeit der Universität wird jedoch unterschiedlich organisiert, es gibt einen Ko-Vorsitz jeder Universität. Die Rojava-Universität in Cizre und die Kobanê-Universität koordinieren ihre Arbeiten unter dem Schirm des Bildungsausschusses Nord and Ost Syriens.

Wir haben in den Nachrichten über das Bildungsprojekt im Fernsehen gelesen und würden gerne mehr darüber erfahren.

Aufgrund der Verbreitung des Corona-Virus und seiner Bedrohung für die Welt haben wir als Bildungsausschuss in Nord- und Ostsyrien beschlossen, die Schulen im Norden und Osten zu schließen, um die Gesundheit von den Kindern nicht zu gefährden.

Wir haben dieses Projekt entwickelt, damit unsere Kinder nicht ohne Bildung bleiben. Wir wissen, dass die Schulen anfang des Jahres für einen Monat geschlossen waren, wegen den Invasionsangriffen des türkischen Staates, insbesondere die Schulen in den Grenznahen Gebieten. Das hat Einfluss auf die Bildungsarbeit und die Bildung von den Kindern gehabt und diese beeinträchtigt.

Für uns war es wichtig ein Projekt zu entwickelt, damit der Schulunterricht von zu Hause aus fortgesetzt werden kann, damit Kinder nicht ohne Bildung bleiben. Unser Projekt wird unter dem Namen “Dibistana Malê” Schule von Zuhause) im Internet und auf dem Kanal Rojava TV veröffentlicht. Auf Youtube wird das Programm durchgehend verfügbar sein und auf dem Fernsehkanal Rojava TV wird es 6 Stunden pro Tag ausgestrahlt. Dieser Unterricht richtet sich an die dKinder der Primarstufe sowie Sekundarstufe 1 und 2. Allerdings werden wir uns zuerst auf die Primarstufe und Sekundarstufe 1 konzentrieren. Es werden vor allem Naturwissenschaften wie Physik Chemie, Mathematik als auch kurdische, arabische und englische Sprache unterrichtet und anschließend weitere Bereiche veröffentlicht.

Warum war es für den Bildungsausschuss wichtig, ein solches Programm zu entwickeln?

Aufgrund der aktuellen Situaton der Corona Virus Pandemie wurde allgemein beschlossen, alle Arbeiten einschließlich der Schulen einzustellen. Schulen sind Orte an denen viele SchülerInnen zusammen kommen und sich treffen und deshalb eine große Gefahr für die SchülerInnen bestand, weshalb auch die Schulen geschlossen wurden.

Die Schulen sind schon eine lange Zeit geschlossen. Vom 14. März bis heute gehen Kinder nicht zur Schule. Wenn die gesundheitliche Situation nach Angaben des Gesundheitsministerium so wie bisher weiter verläuft, werden die Arbeiten erstmal nicht wieder beginnen, sodass wir möglicherweise die Schule nicht bald wieder öffnen können.

Deshalb haben wir dieses Projekt ins Leben gerufen, weil es sehr wichtig ist, dass Kinder nicht ohne Bildung bleiben und diese von Zuhause aus verfolgen können. Auch wenn die Familien die Kinder unterstützen, brauchen Kinder dennoch LehrerInnen, der sie über das Fernsehen oder das Internet Zuhause erreichen kann.

Wie reagieren die Familien und die Kinder auf dieses Programm? Was wollen sie den Familien mitteilen?

Bisher waren die Reaktionen von Familien und Kindern positiv. Sie sind froh, dass so etwas vorrangetrieben wird. Unser Ziel ist es, dieses Projekt jedem Haushalt und allen SchülerInnen zugänglich zu machen.

Was wir sagen möchten ist, dass Eltern und große Geschwister, die zu Hause sind, ebenfalls hilfreich sein und die Kinder betreuen sollten, damit wir das Projekt erfolgreich durchführen können. Wir hoffen, dass die Familien uns unterstützen.

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