Der türkische Staat hat seit Beginn des syrischen Konflikts die größte Rolle bei der Verlängerung der Krise gespielt, und sein Eingreifen hatte einen erheblichen Einfluss auf die sich verändernden politischen und militärischen Entwicklungen vor Ort. Das Streben nach einem neuen osmanischen Reich und das Verfolgen ihrer strategischen Interessen auf syrischem Boden sind offensichtlich.
Im Laufe der Entwicklung der Situation wurde deutlich, dass der türkische Staat den Konflikt in Syrien nicht nur instrumentalisiert, sondern zu den Kräften gehört, die den Konflikt hervorriefen und vertieften.
Der türkische Staat hat sich seit Beginn des Syrien-Konflikts am 15. März 2011 in die syrischen Angelegenheiten eingemischt, nur die Interventionsmethoden haben sich im Laufe der Zeit geändert.
Desweiteren spielt die Türkei bei allen Konferenzen und Versuchen zur Lösung der Syrischen Krise eine äußerst kritische Rolle, wie z.B. bei den Konferenzen in Genf, Sotschi und Astana in denen der türkische Staat, unter dem Vorwand der Beendigung des Krieges, die Zugeständnisse nutzte um die Kontrolle über weitere Teile Syriens zu übernehmen. Unter dem Vorwand einer Sicherheitszone wurden Teile des Landes besetzt, diese Gebiete wurde zum Ort für bewaffnete terroristische Gruppen und ihre Ausbildungsstätten. All das unter dem Schutz des türkischen Staates.
Die Rolle und die Interessen der Türkei im Krieg gegen die syrischen Völker wurden in dem Angriff auf die Städte Bab, Ezaz, Cerabuluss, Afrîn, Girê Spî und Serê Kaniyê unter Namen wie „Euphratschild“, „Olivenzweig“ und „Quelle des Friedens“ deutlich. Diese Regionen wurden besetzt und zahlreiche militärische Operationen durchgeführt. Diese Operationen wurden verdeckt von Russland unterstützt, da sich die Interessen mit denen der Türkei decken.
Die Beziehungen des türkischen Besatzerstaates zu den Söldnergruppen, die im Laufe der Zeit viele verschiedene Namen verwendet haben, aber auf internationalen Terrorliste stehen, können nicht länger verborgen werden. Hervorzuheben sind Gruppen, wie Jabhat al-Nusra und IS, die sie von Anfang an und auf allen Ebenen unterstützt haben und immer noch unterstützen. Es gibt weitere Gruppen, die direkt unter der Aufsicht des türkischen Staates gebildet wurden um Maßnahmen der Türkisierung, des ethnischen und kulturellen Völkermords, des demographischen Wandels und der Zwangsmigration in den besetzten Gebieten durchzuführen. Darüber hinaus haben diese terroristischen Banden Verbrechen wie Mord, Vergewaltigung, Raub, Diebstahl, Zerstörung von Land, Entwurzelung von Bäumen und Verbrennung von landwirtschaftlich genutzten Flächen begangen.
Diese Angriffe, die auf dem patriarchalen Bewusstsein des herrschenden männlichen Regimes basieren, richten sich gegen Frauen und wollen den Freiheitskampf von Frauen einzuschränken. Jeden Tag erleben wir auf internationaler Ebene diese Angriffe, deren Stil von Staat zu Staat unterschiedlich ist. Es handelt sich aber um ein und dasselbe Regime, welches die Existenz von Frauen angreift und damit versucht eine Bedrohung für die Gesellschaft und Natur zu schaffen.
Die Menschen in unseren Regionen sind Zeugen dieser Verbrechen geworden, welche nicht vergessen werden dürfen, insbesondere die Gewaltverbrechen und Verbrechen gegen die Rechte von Frauen.
Vergewaltigung, Mord, Entführung, Verhaftungen, Ausbeutung von Frauen auf brutalste Weise, Femizid, Verletzung ihres Willens und Untergrabung ihres Kampfes, die Ermordung von Hevrin Xelef, Yade Eqide, die Schändung der Leiche von Amara und viele andere Verbrechen sind Teil der Taten, die von der türkischen Besatzung und ihren Banden begangen werden. Auch die jüngsten Angriffe auf Zehra, Hebûn und Yadê Emine im Dorf Hilincê in Kobanê sind damit verbunden.
Diese Operationen, die sich gegen politisch und gesellschaftlich aktive Frauen richten, richten sich gegen die gesamte Frauenbefreiungsbewegung und die ihr zugehörigen Organisationen. Diese grausamen Praktiken unterstreichen die Angst des türkischen Staates vor der Rolle die Frauen bei der Führung der Revolution und der Verteidigung ihrer Errungenschaften spielen.
Der türkische Besatzerstaat stellt eine Bedrohung für die Sicherheit der bereits besetzten Regionen und für andere Gebiete dar. Eine neue humanitäre Krise könnte in Syrien enstehen, insbesondere nach dem Einsatz international verbotener Waffen, um Menschen in Syrien zu massakrieren und die Zerstörung syrischen Territoriums zu verstärken. Die Verwüstung und Plünderungen sind noch nicht vorbei. Desweiteren wird versucht, ein friedliches und gemeinschaftliches Leben zwischen Kurden, Arabern, Assyrern, Chaldäern, Turkmenen, Tscherkessen und Eziden, die das Projekt der demokratischen Nation vertreten, zu zerstören.
Wir müssen uns der Gefahr des türkischen Staates bewusst sein. Wir müssen die Verbrechen des türkischen Staates, die die Freiheit der Frauen und die Errungenschaften der Revolution bedrohen, bekämpfen, damit es keine Kriege und Massaker mehr gibt.
Die Angriffe des türkischen Staates sind ein schwerer Schlag für das Zusammenleben der Völker, ethnischen Gruppen und Kulturen in Syrien und verhindern ein politisches Lösungsprojekt, welches Frieden und Sicherheit in Syrien auf der Grundlage des Zusammenlebens und der Freiheit aller Völker Syriens herbeiführt. Gleichzeitig nutzt der türkische Staat das internationale Schweigen der NATO und verfolgt seine eigenen Interessen. Der türkische Staat ist noch gefährlicher als der IS.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zu den Verbrechen, die der türkische Staat und seine Banden gegen die Völker auf syrischem Boden und in den Städten begangen haben, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gehören, die von ethnischem Völkermord und Massaker über erzwungene Migration bis hin zum erzwungenen demographischen Wandel reichen. Darüber hinaus muss der türkische Staat früher oder später zur Rechenschaft gezogen und strafrechtlich verfolgt werden.
Heute starten wir, Frauenorganisationen, -bewegungen, -verbände und -institutionen diese Kampagne um gegen die türkische Staatsmentalität des Völkermords und der Entrechtung von Frauen und die Negierung von Menschenrechten zu protestieren, damit unsere Stimme in der ganzen Welt Gehör findet.
Während Frauen auf der einen Seite immer noch um ihre Rechte und ihre Würde kämpfen, stellen sie auf der anderen Seite sicher, dass alle Bemühungen des türkischen Staates vereitelt werden. Mit der Einheit und Solidarität der Frauen wird gemeinsam eine starke Kraft enstehen, die gegen alle Versuchen von Völkermord, Entfremdung und Rassismus Widerstand leisten und die Besatzung besiegen wird.
Es gibt viele Aktivitäten und Aktionen, die in Nord- und Ostsyrien stattfinden werden.
Wir rufen alle zuständigen internationalen Organisationen und Institutionen auf: ihr beschämendes Schweigen über die in Nord- und Ostsyrien verübten Verbrechen zu brechen, eine aktive Rolle zu spielen und sich an die rechtlichen, humanitären und moralischen Grundsätze und Gesetze zu halten! Denn jedes Schweigen ist ein Zeichen der Beteiligung an den menschenfeindlichen Verbrechen!
Wir fordern die zuständigen internationalen Organisationen und Institutionen, insbesondere diejenigen, welche sich mit dem Schutz von Menschen- und Frauenrechten befassen, auf, ihre Rolle bei der Dokumentation von Verbrechen und der strafrechtlichen Verfolgung der Täter einzunehmen.
Wir fordern den UN-Sicherheitsrat und die internationale Gemeinschaft auf: Den türkischen Staat zu einem Abzug seiner Streitkräfte aus Syrien zu zwingen und seine Angriffe einzustellen, da dies gegen das Völkerrecht verstößt und die Sicherheit und Stabilität der Region und der Welt gefährdet.
Wir rufen alle Frauenorganisationen und -bewegungen auf der ganzen Welt auf, sich mit der Frauenrevolution zu solidarisieren und sie zu unterstützen: Denn ihre Errungenschaften, sind die Errungenschaften aller Frauen auf der ganzen Welt! Diese Revolution muss verteidigt werden, so wie QSD, YPG und YPJ verteidigt und unterstützt werden müssen, weil sie an der Stelle der ganzen Welt gegen dunkle Mächte, wie den IS gekämpft und die Menschheit vor ihren Angriffen geschützt haben.
Nein zur Besatzung, nein zum Genozid: Wir werden Frauen und das Leben verteidigen!
Jin, jiyan, azadi!
Vorbereitungs Komitee
08. 10. 2020
Kongra Star Frauenbewegung
Meclisa Jinên Sûriyê – Frauenrat Syriens
Yekîtiya Jinên Suryanî – Vereinigung Syrischer Frauen
Meclisa Edaletê ya Jinan – Frauengerechtigkeitsrat
Kordînasyona Jinan a Rêveberiya Xweser – Frauenkoordination der Autonomen Administration
Miclisa Jinan a Bakur û Rojhilatê Sûriyê – Frauenrat Nord – und Ostsyriens
Nivîsgeha Jinan a Partiya Sûriyê ya Pêşerojê – Frauenbüro der Zukunftspartei Syriens
Nivîsgeha Jinan a Meclîsa Sûriya Demokratîk – Frauenbüro der Demokratischer Rat Syriens
Yekîtiya Jinên Ciwan – Verband der Jungen Frauen
Organisation Sara gegen Gewalt an Frauen
Tora Rêveberên Aştiyê – Netzwerk für Frieden
Navenda Lîkolîn û Parastina Mafê jinan li Suriyê – Zentrum für Forschung und Verteidigung von Frauenrechten
Rêxistina Mafê Mirovan – Menschenrechtsorganisation
Organisation İnsaf für Entwicklung
El Yasmin Organisation
Frauenkooperative Sawoşka
Aşna Organisation für Entwicklung
Ferat Organisation für Unterstützung und Entwicklung
Edil Zentrum für Menschenrechte
Dicle Kooperative zum Schutz der Ökologie
Belsem Zentrum für Gesundheitsbildung
Schemal Humanitäre Kooperative für Hilfe und Entwicklung
Cezîrê Organsiation für Entwicklung
Organisation Erd El Selam
Kobane Organisation für Entwicklung und Hilfe
Hêvî Organisation für Hilfe und Entwicklung
Soz Kooperative für Hilfe und Entwicklung
Eta Elbaxoz Organisation für Entwicklung
Sewaad Organisation für Entwicklung in Der El zor
Forma Du Ceman Organisation
Dan für Hilfe und Entwicklung
Terahum Organisation für Entwicklung
Doz zivilgesellschaftliche Organisation
Sibe Xweşe Kooperative für Hilfe und Entwicklung
Maya Kooperative
Nûr Can Kooperative in Amudê
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