Es ist höchste Zeit für internationale Solidarität laut aufzustehen!

Zum diesjährigen 8. März schicken wir unsere revolutionären Grüße und Solidarität an die widerständigen Frauen in Afghanistan und an all jene, die tagtäglich Widerstand gegen das patriarchale und unterdrückerische System leisten. 

Seit den Entwicklungen in Afghanistan rund um den Deal zwischen den USA und den Taliban, gewannen die Taliban mit ihrer islamistischen und frauenfeindlichen Politik an Legitimität durch die internationale Staatengemeinschaft. Ihr Erstarken bedroht die Freiheit sowie jegliche Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung und insbesondere die der Frauen. Weltweit hinterlässt die imperiale Politik jeglicher Staaten und ihrer Bündnisse ein Schlachtfeld. Die aktuellen Geschehnisse, sei es in Afghanistan, Ukraine oder Kurdistan, machen uns deutlich, dass das Gerede der Staaten von Verantwortung für Demokratie und Menschenrechte vorgeschobene Lügen sind, um ihre geopolitischen Interessen durchsetzen zu können. Völkerrechtswidrige Angriffskriege sind Teil ihrer Expansionspolitik. Dies sehen wir aktuell nicht nur bei der militärischen Invasion Russlands in der Ukraine, sondern auch im Angriffs- und Drohnenkrieg des NATO Partners Türkei in Nord- und Ostsyrien, aber auch das fortwährende Schweigen und Gewähren lassen der internationalen Staatengemeinschaft, macht nur deutlich, dass auch sie an diesen Kriegen verdienen. Denn Besatzung und Krieg dienen immer den Herrschenden und werden auf dem Rücken der Zivilgesellschaft ausgetragen. Weltweit sehen wir ein global patriarchales System, dass die Freiheit und Selbstbestimmung der Gesellschaft und vor allem die der Frauen unterdrückt. Dabei ist der Schutz der Bevölkerung kein Teil der staatlichen Interessen und zeigt uns deutlich, dass wir uns auf das patriarchale und imperialistische Herrschaftssystem der Staaten nicht verlassen können und den Kampf für unsere Freiheit und demokratischen Werte selbst in die Hand nehmen müssen. 

Nur die Gesellschaften selbst können die Lösungskraft für ihre Probleme sein sowie unser gemeinsamer Kampf gegen das Patriarchat, Faschismus, Militarismus und Ausbeutung. Ziel muss es sein, dass sich alle Gesellschaften an den Orten, an denen sie leben und leben wollen, selbstbestimmt organisieren können. Die eigentliche Kraft liegt bei den Menschen selbst. Insbesondere Frauen und weitere unterdrückte Geschlechter tragen die Kraft in sich das freie Leben zu erschaffen. Kein Staat wird in der Lage sein, ebendies zu tun.

Es sind die Bilder von afghanischen Frauen, die auf die Straße gehen und ihren Kampf für Frauenrechte lautstark machen, oder die Bilder der Frauen in Nord- und Ostsyrien, die mit dem Aufbau eines alternativen Gesellschaftssystems auf Grundlage von Basisdemokratie und Frauenbefreiung uns Hoffnung machen und Kraft geben. Die Frauenrevolution in Nord- und Ostsyrien zeigt uns, dass Widerstand dort gewinnt, wo er organisiert ist; wo nachhaltige Strukturen der Selbstverteidigung aufgebaut werden. Daher ist es wichtig, dass wir unsere eigenen autonomen Strukturen und Selbstverteidigung organisieren. Denn seit Beginn des Patriarchats will uns die männliche Mentalität glauben machen, dass Frauen sich nicht wehren können. Aber die Vergangenheit und Gegenwart liefern uns viele Gegenbeispiele. Sei es die Revolution in Rojava, der Widerstand der Freundinnen in den Bergen Kurdistans, die Kämpfe um körperliche Selbstbestimmung, gegen Feminizid und gegen die Zerstörung der Erde in Lateinamerika oder der organisierte sowie anhaltende Widerstand der Frauen in Afghanistan. 

Lasst uns unsere feministische und internationale Solidarität praktisch werden! Das bedeutet für uns Selbstbestimmung und Selbstorganisierung aller Menschen in das Zentrum unseres Kampfes zu setzen. 

Es gibt viele Formen des Widerstands, nutzen wir sie. Um uns gegen alle Arten der patriarchalen Angriffe zu wehren, müssen wir uns organisieren. Je mehr wir uns organisieren, desto mehr werden wir in der Lage sein, unser Leben, unsere Ideen, Hoffnungen und Träume zu verteidigen und umzusetzen. Tragen wir unseren Widerstand auf die Straße nicht nur am 8. März, sondern jeden Tag! Wir sind überzeugt, dass die Verbindung unserer Kämpfe für Freiheit, unser Widerstand und Organisierung den Verlauf unserer Geschichte bestimmen werden. Unser Widerstand gegen Krieg und der Einsatz für Frieden sind zentrale Bezugspunkte in unserem politischen Kampf, denn der Kampf gegen den Krieg muss ein feministischer und selbstbestimmter sein. 

Es ist höchste Zeit für internationale Solidarität laut aufzustehen! Der imperialistischen Politik muss ein Ende gesetzt werden!

Der Kampf für Freiheit wird das freie Leben erschaffen! Jin Jiyan Azadî!

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