Am Sonntag, den 01.02.2026, haben Young Internationalist Women und Women Defend Rojava zu einem Online-Treffen über die aktuelle Lage in Rojava eingeladen. 180 Teilnehmerinnen von mindestens drei Kontinenten kamen dabei zusammen.
Die Sprecherin des Komitees für demokratische Beziehungen und Allianzen von Kongra Star, Ronahî Hassan, teilte Informationen über die Situation, den Verlauf des Krieges, was das neue Abkommen zwischen der SDF und der Syrischen Übergangsregierung bedeutet und wie die Perspektive von Frauen darauf gerade ist.
Klar wurde dabei, dass viel Kampf weiterhin nötig ist, um die Errungenschaften der Frauenrevolution zu verteidigen. Sie rief dazu auf, die Geschehnisse in Rojava weiter aufmerksam zu verfolgen und den Druck auf lokale und internationale Kräfte weiter zu erhöhen. Zum aktuellen Zeitpunkt werden die Anliegen von Frauen im Abkommen nicht erwähnt.
„Wir müssen jetzt alle dafür kämpfen, die Errungenschaften der Frauenrevolution zu verteidigen. Wir müssen der Welt klar machen, dass die YPJ essentiell ist für die Freiheit und Sicherheit der Frauen hier. Wir müssen für den Ko-Vorsitz kämpfen und dafür, dass Frauen in den Institutionen bleiben.“, sagte eine Vertreterin von Women Defend Rojava.
Es wurden viele Fragen gestellt zu den Details des Abkommens und ihrer Auswirkungen auf das Leben und die Frauenrevolution in Rojava. Im Anschluss teilten verschiedene Teilnehmerinnen ihre Bewertungen der bisherigen Solidaritäts-Aktionen und es wurden Vorschläge für das weitere Vorgehen gemacht. Dabei wurde betont, dass es wichtig ist in dieser Zeit Druck auf die USA und Frankreich, sowie Menschenrechtsorganisationen und Institutionen wie die UN auszuüben, damit diese die Umsetzung des Abkommens überwachen und so die Wahrung des Waffenstillstands garantieren. Es wurde auch vorgeschlagen mehr Bildungsveranstaltungen zu machen, um ein tieferes Verständnis für die Situation und die Bedeutung der Frauenrevolution zu vermitteln.
Das Zusammenkommen mit so vielen Frauen von so vielen Orten – von Kurdistan über Südafrika bis nach Brasilien und Mexiko – gab viel Kraft und zeigte deutlich: die Rojava Revolution gibt Frauen weltweit Hoffnung und Perspektiven auf ein freies Leben. Deshalb stehen sie auch vereint in dieser Zeit als Frauen an der Seite Rojavas und beteiligen sich mit Aktionen und Aktivitäten an der Verteidigung der Frauenevolution.
Die Veranstalterinnen endeten das Treffen zusammenfassend: „In den letzten Wochen haben wir, in und außerhalb von Kurdistans, einen großen Kampf zur Verteidigung der Frauenrevolution erlebt. Zahlreiche Demonstrationen, Aktionen, politische und diplomatische Bemühungen sowie die Selbstverteidigung der hier Gesellschaft haben den Druck erzeugt, der am 30. Januar zu einem Waffenstillstand und einem Integrationsabkommen führen könnte. Dieses Abkommen diente dazu, ein weiteres Massaker an der kurdischen Bevölkerung zu verhindern. Nun, da der Waffenstillstand erreicht ist, bedarf es internationaler Aufmerksamkeit und anhaltenden Drucks, um sicherzustellen, dass das Abkommen auch in der Praxis umgesetzt wird. Vorallem als Frauen müssen jetzt zusammen die Errungenschaften der Frauenrevolution verteidigen! Wir schlagen vor, Aktionen und Demonstrationen fortzusetzen, uns aber auch auf Veranstaltungen zu konzentrieren, um über die Bedeutung von Rojava und der Frauenrevolution zu informieren und ein tieferes Verständnis dafür zu verbreiten. Wenn ihre Material, Referentinnen oder Unterstützung brauch, kontaktiert uns!“

