Hört hier die Nachricht als Audio an:
Liebe Freund:innen, Genoss:innen und Schwestern,
hier ist unser tägliches Update aus Rojava, aus dem Herzen der Frauenrevolution.
Kobane ist weiterhin belagert, jetzt schon seit 22. Tagen. 200.000 Binnenvertriebene sind an 70 verschiedenen Orten in Kobane untergebracht. Die Lebensbedingungen sind aufgrund der Belagerung extrem schwierig und die Ressourcen knapp.
Es gibt jedoch erste Fortschritte: Die Truppen der Syrischen Übergangsregierung ziehen sich von einer der Fronten im Umland von Kobane zurück. Gestern fand ein Treffen zwischen SDF und Syrischer Übergangsregierung statt, bei dem Mechanismen zur Integration der internen Sicherheitskräfte von Kobane in das Gouvernement Aleppo diskutiert wurden.
Wir wollen euch auch ein paar Neuigkeiten aus dem Rest Syriens mit euch teilen.
In Idlib, einer Stadt im Westen Syriens, die seit dem Sturz Assads, 2024, unter der Kontrolle der HTS (die heute die Übergangsregierung bildet) steht, kommt es weiterhin zu Protesten und Streiks. Lehrer von 113 Schulen streiken und fordern eine Gehaltserhöhung, die den steigenden Lebenshaltungskosten entspricht. Gleichzeitig organisieren Anwohner:innen Massenproteste gegen mangelnden Strom, Wasser und Straßenbau. Die Demonstrant:innen appellieren an die syrische Übergangsregierung, ihrer Verantwortung nachzukommen, Lösungen für die Probleme zu finden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Wie ihr bereits in unseren täglichen Updates gehört habt, gab es auch in den neu eingenommenen Gebieten der Übergangsregierung Proteste gegen die steigenden Öl- und Gaspreise. Diese waren über Nacht in die Höhe geschossen, als die Regierung die Kontrolle übernahm.
Die Ressourcenverteilung unter DAANES war nie perfekt, und wir brauchen die ökonomische Situation hier in Rojava nicht idealisieren. Doch es wird auf den ersten Blick deutlich, dass eine selbstorganisierte Wirtschaft, die sich nach den Bedürfnissen der Bevölkerung richtet, das Potential hat, eine wirklich gerechte Verteilung zu erreichen. Und im Gegensatz dazu eine staatliche Regierung auf Kosten der Bevölkerung nur nach Profit strebt und danach es den imperialistischen Mächten recht zu machen.
Die Spannungen in Suwaida im Süden Syriens bleiben hoch. Die Einwohner:innen Suwaidas verurteilten die Angriffe der syrischen Übergangsregierung, bei denen kürzlich vier Menschen getötet wurden. Diese gezielten Angriffe auf Zivilisten verdeutlichen die anhaltende Bedrohung, die von der Regierung und den ihr verbundenen Milizen ausgeht.
Israel dringt weiter nach Syrien ein. Die israelische Regierung nutzt interne Konflikte in Syrien als Gelegenheit, Gebiete zu erobern, Kontrollpunkte zu errichten und militärische Aktionen durchzuführen. Heute veröffentlichte das israelische Militär Details zu seinen jüngsten Luftangriffen und Bodenoffensiven im Umland von Damaskus. Israelische Streitkräfte haben zudem Straßensperren errichtet, um den Verkehr im Süden Syriens zu unterbinden. Gestern wurden drei junge Syrer festgenommen.
Dies ist nicht neu. Am 6. Januar, dem Tag an dem die Angriffe in Aleppo begannen, traf sich die syrische Übergangsregierung unter US-Vermittlung in Paris mit Vertretern Israels, um die Zusammenarbeit zu intensivieren. Ein wichtiger Bestandteil des Plans westlicher Staaten, um den Nahen Osten weiterhin zu kontrollieren, ist die Errichtung eines pro-israelischen syrischen Staates. Wir müssen die internationalen Kräfte, die derzeit in Syrien am machen sind und ihre umfassenden politischen Pläne begreifen und alle Versuche, die Vorkomnisse als regionalen Konflikt darzustellen, entschieden zurückweisen. Die Menschen hier wissen, dass eine internationale Verschwörung im Gange ist, und beziehen entschieden Stellung dagegen, um ihren anhaltenden Widerstand zu bekräftigen.
Heute fanden im Kanton Cizîre und in Heseke große Demonstrationen statt. Die Menschen versammelten sich, um ihre laute Unterstützung für den Widerstand in Rojava Kund zu tun und zu zeigen, dass sie die Errungenschaften der Rojava-Revolution nicht aufgeben werden. Mit YPJ- und YPG-Flaggen und dem Ruf „Es lebe der Widerstand in Rojava!“ machten die Menschen deutlich: Die Frauenrevolution lebt!
Weltweit hält die internationale Solidarität an. Es ist wichtig, weiterzumachen: Erhebt eure Stimmen und erzählt der Welt von der Frauenrevolution! Der Revolution für ein freies Leben!
Damit senden wir euch revolutionäre Grüße aus Rojava!

