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Liebe Freundinnen und Genossinnen,
hier ist unser tägliches Update aus Rojava, dem Herzen der Frauenrevolution.
In unserem heutigen Update wollen wir zu Beginn über die Bedrohung für die ezidische Bevölkerung im Shengal berichten.
Ezid:innen in Sengal stehen unter existentieller Bedrohung
Im Shengal bereit sich dieser Tage die Bevölkerung auf weitere Angriffe vor. Das irakische Militär hat Kräfte in den Shengal stationiert und die ezidischen Sicherheitskräfte dazu aufgefordert, ihre Waffen abzugeben. Diese ezidischen Volksverteidigungskräfte, darunter auch die autonome YPS, wurden nach dem Genozid 2014 aufgebaut und sind seitdem ein aktiver Schutz der ezidischen Gesellschaft. Der Genozid an Ezid_innen 2014 war eine der brutalsten die es auf der Welt gibt. Frauen wurden vergewaltigt, entführt, als Sexsklavinnen verkauft und in der Öffentlichkeit erhängt.
Hinzu kommt die Freilassung der IS Gefangenen in Syrien, die in den letzten Wochen stattfand, sowie der Transport der IS-Gefangenen in den Irak. Diese Entwicklungen verstärken die Gefahr eines Wiederauflebens des IS und damit auch erneute Angriffe auf den Shengal.
Zu dem fordert Hakan Fidan der Außenminister der Türkei, eine Invasion im Sengal durchzuführen um sogenannte Terror Vorkehrungen zu treffen. Das der türkische Staat selber den IS unterstützt und die selbe islamistische und fashistische Mentalität teilt ist kein Geheimnis.
Daher müssen wir nun alles daran setzten, dass die Ezidische Bevölkerung keinen weiteren Genozid erleidet. Wir müssen über die Situation im Sengal weltweit berichten und internationalen Druck aufbauen. Die irakische Zentralregierung muss die ezidischen Verteidigungskräfte offiziell anerkennen und als offizielle Struktur in den Staat integrieren.
Erste Angaben zu Opferzahlen des Krieges
Das Zentrums für strategische Studien Rojava (Navenda Rojava a Lêkolînên Stratejîk, NRLS) hat erste Zahlen veröffentlicht über die Opfer des Krieges. Demnach sind mindestens 1.200 Zivilist:innen getötet worden, seitdem die Syrische Übergangsregierung am 6. Januar mit den Angriffen auf die kurdischen Viertel Aleppos begonnen hat.
Neben den Todesopfern seien mehr als 2.000 Zivilist:innen entführt worden. In 526 Fällen sei der Verbleib der Verschleppten unbekannt. Angehörige warten immer noch unter großer Sorge auf Informationen. Zudem seien 270 Leichname getöteter Personen nicht an ihre Familien übergeben worden. Rund 1.000 Gefangene würden in Haftanstalten in Aleppo festgehalten, in denen es Berichte über schwere Folter gibt.
Protest in Qamishlo
Zu dem Verbleib dieser Gefangenen fand heute in Qamishlo ein großer Protest statt. „Wir wollen Freiheit für unsere Kinder.“ stand auf den Schild, welches eine Mutter in die Höhe hielt. Die Angehörigen von inhaftierten der Syrischen Demokratischen Kräften wandten sich damit an die Öffentlichkeit und die internationale Gemeinschaft. Die Familien betonten, dass das Leid ihrer Kinder in den Gefängnissen der Übergangsregierung nicht länger andauern dürfe.
Gefallenenfriedhof in Til Hemîs geschändet
In Til Hemîs bei Qamişlo haben syrische Regimeanhänger Gräber auf dem Gefallenenfriedhof zerstört. Sie sollen eigens für die Tat aus Deir ez-Zor angereist sein.
Auf den Aufnahmen sind beschädigte Gräber und zerbrochene Grabsteine zu sehen. Auf dem Friedhof in Til Hemîs sind Kämpfer:innen aus der Region bestattet, die im Kampf gegen den sogenannten IS und bei der Verteidigung Nordostsyriens gegen türkische Invasionen gefallen sind.
Die Tat in der südlich von Qamişlo gelegenen Stadt Til Hemîs ist nicht der erste Vorfall dieser Art. In der Vergangenheit wurden bereits Gefallenenfriedhöfe in Efrîn und Serêkaniyê beschädigt. Auch in Städten wie Tabqa, Raqqa, Deir ez-Zor, Manbidsch und asch-Schaddadi sowie im Viertel Şêxmeqsûd in Aleppo kam es nach dem Einzug von Dschihadistenmilizen zu ähnlichen Angriffen.
Intergationsabkommen – Gesundheitssystem
Derweil laufen die Integrationsverhandlungen in Syrien zwischen der Selsbtverwaltung und der Syrischen Übergangsregierung weiter. Heute hat das syrische Gesundheitsministerium beschlossen, Personal aus Nordostsyrien in seine Direktionen zu integrieren.
Medizinisches Fachpersonal aus Nord und Ost Syrien, wird in den Gebieten Raqqa, Hesseke und Deir ez Zor übernommen werden. Das Gesundheitssystem in Rojava ist durch den Angriffskrieg und Strategien der Belagerung, seitens der syrischen Übergangsregierung enorm belastet. Sowohl Kriegsverwundete als auch gezielte Angriffe auf die Infrastruktur macht eine medizinische Versorgung extrem schwer.
Während das natürlich eine positive Entwicklung ist, die für die Gesundheitsversorgung in Nordostsyrien erstmal Kontinuität und Stabilität bedeutet, schnitt die syrische Übergangsregierungs bewusst die Strom und Wasserversorgung für das Krankenhaus in Kobane ab. Auch mit solchen Angriffen müssen wir weiterhin rechnen.
Die Belagerung Kobanes dauert seit 4 Wochen nun an. Daher müssen wir weiterhin laut sein und fordern ein Ende der Belagerung von Kobani
Damit revolutionäre Grüsse aus Rojava.

