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Liebe Freundinnen und Genossinnen,
Plünderungen in Kobanê
Die Belagerung in Kobane dauern an. Es ist bereits der 36 Tage und immer noch scheint die syrische Übergangsregierung ihre Truppen nicht abzuziehen. Das ist eine bewusste Kriegsstrategie, die den Wille der Menschen brechen soll. Während der Belagerung, in der Menschen am Rande ihrer Kräfte leben, werden sie auch noch von pro türkischen djihadistischen Milizen ausgeraubt.
Zu Beginn der Belagerung am 20 Januar mussten viele Familen, zum eigenen Schutz, ihre Wohnhäuser in umherliegenden Dörfern von Kobane verlassen.
Insbesondere in den Dörfern Çelebiyê und Sirîn dringen vermehrt bewaffnete Gruppen der an das Damaszener Verteidigungsministerium angebundenen pro-türkischen Dschihadistenmilizen, in Wohnungen ein.
Die Plünderung von Zivilist:innen erinnert dabei an vorherige Kriegsstrategien des türkischen Staats, seiner Proxigruppen und auch des sogenannten Islamischen Staates. Plünderungen rauben menschen ihre Lebensgrundlage, schüren Unsicherheit und verbreiten eine Atmosphere der Angst.
Die Angreifer machen Videos von den Überfällen und verbreiten diese um die Bevolkerung mit diesen Gewalttaten in Angst und Schrecken zu versetzen.
Ilham Ehmed und Rohilat Efrin, berichten über den Ernst der Lage in Kobane und dem Erstärken des IS erstmals in einer Pressekonferenz im Europaparliamentin Brüssel. Wie die Interntionalen Kräfte darauf reagieren wird sich in Zurkunft zeigen.
Pressekonferenz im Europaparlament
Während Ehmed und Efrin die Europäische Union dazu auffordern, in den Verhandlungen mit Damaskus als Garantin aufzutreten, betonen sie, jede Unterstützung sei eine Unterstützung für Frieden und Demokratie.
Evin Incir, Abgeordnette der progessiven Allianz der Sozialdemokraten, sagte dazu: „Die Europäische Union steht in der Schuld der Kurd:innen; sie darf sie nicht im Stich lassen.“
Das Integrationsabkommen war zwar ein erster Schritt, dennoch sind noch viele Punkte und Details in dem Abkommen nicht verhandelt. Für diesen Prozess der Verhandlungen braucht es Grantien der Internationalen Kräfte.
Ilham Ehmed sagte in der Pressekonferenz:„Es gibt noch immer keine Garantien dafür, wie dieser Prozess funktionieren wird. Durch diese Treffen wollen wir unserer Stimme Gehör verschaffen.“
Gerade mit in einer Phase der Wiedererstärkung des IS und drohendem Krieg ist es wichtig internationale Unterstützung und Garantien zu haben.
Ein wichtiger Punkt dabei ist die Integration der YPJ in die Syrische Armee. Denn die YPJ ist nicht nur elementar für die Bekämpfung vom IS sondern auch bedeutet ein rellen Schutz für Frauen.
Worte der SDF zum Camp Hol
Die Syrian Democratic Forces (SDF) haben gestern ein Statement zu den Abläufen rund um das Al Hol Camp veröffentlicht. Im Al-Hol Camp wurden etwa 25.000 IS Angehörige festgehalten, mehrheitlich Frauen und Kinder, welche nach der Übernahme durch die Syrische Übergangsregierung alle freigelassen wurden, beziehungsweise geflohen sind und somit ein großes Sicherheitsrisiko für Syrien und darüber hinaus darstellen.
Nach der Freilassung der IS Gefangenen und damit die Beförderung des Wiedererstarkes des IS, versucht nun die syrische Übergangsregierung die Verantwortung von sich zu schieben und die Sicherheitskräfte der SDF dafür zu belangen.
Die SDF erklärt in dem Zuge, basierend auf der Auswertung von Ton und Videomaterial zu den Abläufen rund um das al Hol Camp:
„Der Rückzug der SDF Einheiten war eine Folge des direkten Angriffs von Gruppen aus Damaskus, die das Lager und seine Umgebung ins Visier genommen hatten.
Die Entführung und Verschleppung der Familien der IS-Miliz erfolgte, nachdem die Gruppen aus Damaskus in das Lager eingedrungen waren.
Außderdem haben die SDF Kräfte in den letzten Jahren die größte Verantwortung für den Umgang mit IS-Angehörigen übernommen und dabei die möglichen humanitären und sicherheitspolitischen Standards eingehalten.“
Jin Jiyan Azadî
Europäische Akademiker:innen diskutieren momentan den politischen Inhalt der „Hoffnung“ vor dem Hintergrund der Angriffe auf Rojava. Die Philosophie „Jin, Jiyan, Azadî“ sehen sie als Perspektive für Freiheit und eine demokratische Gesellschaft. Dabei ist die Hoffnung eine tragende Säule.
Die Worte Jin Jiyan Azadi sind nicht nur Worte des Protestes, sondern beinhalten eine tiefgreifende Analyse der Herrschaftsverhältnisse und beschreiben ein Modell einer demokratischen Gesellschaft.
Wo ist unsere Freiheit vorloren gegangen? Was bedeutet freiheit für uns? Das sind dabei zentrale Fragen, die in den Vordergrung gerückt werden.
Mechthild Exo: „Wenn wir über Freiheit nachdenken wollen, müssen wir dort ansetzen, wo sie verloren gegangen ist“, sagte sie und fügte hinzu, dass patriarchale Gewalt auch heute noch alle sozialen Beziehungen präge. „Jin, Jiyan, Azadî“ bringe zum Ausdruck, wie soziale Verhältnisse betrachtet werden sollten und wie eine Perspektive der Freiheit konstruiert werden könne.
Unter dem Hintergrund können auch sozial Beziehungen analysiert und hinterfragt werden.
„Jin, Jiyan, Azadî“ leitet uns zu den historischen Wurzeln von Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnissen, nämlich die Kolonialisierung von Frauen und Hierarchien zwischen den Geschlechtern. Sie sagte, dass die Unterwerfung von Frauen die erste Form der Unterdrückung darstelle und dass andere Formen der Herrschaft, wie staatliche Repression, kapitalistische Ausbeutung und Rassismus, auf dieser Grundlage aufgebaut seien.
Wir sehen dass die Freiheit der Frauen zentral für die Erschaffung eines freien und demokratischen Leben in Frieden sind.
Erst wenn jede Frau dieser Welt befreit ist, sind wir eine befreite Gesellschaft.
Und dem Sinne wünschen wir revolutionäre grüße aus Rojava

