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Liebe Freund:innen,
wir melden uns mit aktuellen Nachrichten aus Rojava, dem Herzen der Frauenrevolution. In den letzten Tagen war das Thema Kunst und Kultur besonders in der Gesellschaft Rojavas present.
Gedenken für die internationalistischen Gefallenen
Jedes Jahr findet in Rojava ein Gedenken für die Internationalisten statt, die im Kampf für ein freies Leben und zur Verteidigung der Rojavarevolution gestorben sind. Hunderte von Menschen sind dieses Jahr zusammen gekommen, um sich gemeinsam an die Träume und die Ideen der Gefallenen zu erinnern. Sie lebten und starben für ein gerechtes und befreites Leben, in dem die Menschen so sein können, wie sie sind. Für ein Leben was auf Gemeinschaftlichkeit und Liebe basiert.
In Theaterstücken, in Gedichten, in Videobotschaften der Familienangehörigen und in Tänzen wurde dem Kampf der Gefallenen Bedeutung gegeben.
Blumen, fest verwurzelt in der Erde und in voller Blüte, wachsend, aufgereiht zwischen den Bildern der Gefallenen, symbolisieren die Hoffnung auf Freiheit.
Die Teilnehmenden tragen mit voller Stolz die Ideen, die Inspriation, den Mut, die Entschlossenheit der Gefallenen im Herzen und leben diese weiter.
Sehîd Namirin – Die Gefallenen sind unsterblich.
Welttag des Theaters
Anlässlich des 27. März, dem Theaterwelttags, haben die kurdischen Kulturorganisationen TEV-ÇAND und Hunera Mizgîn die Wichtigkeit der Kunst und Kulturarbeiten betont.
Die Rolle des Theaters im gesellschaftlichen und politischen Widerstandes ist in unserer heutigen Zeit, der Zeit der kapitalistischen Moderne von besoderer Bedeutung. Der Geist und das Denken wird durch die kapitalistische Moderne stark beeinflusst. Die Gesellschaft ist immer mehr einem Gefühl der Sinnlosigkeit und Handlungsunfähigkeit ausgesetzt. Um dem etwas entgegenzusetzen, ist es wichtig die Hoffnung auf ein erfülltes und gerechtes Leben zu verbreiten. Kunst und Kultur spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie bieten uns Gelegenheiten den Geist des Widerstandes und das Feuer der Freiheit zu entfachen.
Revolutionäres Theater
Diese Woche haben wir das revolutionäre Theaterstück Mamma Togni der Theatergruppe Komina Şano besucht. Das Stück, geschrieben von Franca Rame und Dario Fo wurde zum Anlass des 100 jährigen Todestages des Autors und Regisseur Dario Fo aufgeführt.
Die Idee, Dario Fo mit der Aufführung seines Stückes zu würdigen, ist in den Bergen Kurdistans entstanden. Auch dort sind Kunst und Kultur ein elementarer Bestandteil des Lebens.
Mamma Togni ist ein dramatischer Monolog und spielt in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges in Italien. Das Stück erzählt die Geschichte von Giuseppina Modena, auch bekannt als Mamma Togni, einer Mutter, Antifaschistin und Revolutionärin.
Die Theatergruppe hat den Monolog um die Stimmen der Mütter aus Kurdistan erweitert.
Das Stück zeigt auf, dass der Faschismus in Italien die gleiche menschenfeindliche Ideologie ist, wie sie auch der IS, der türkischen Staates und die syrischen Übergangsregierung hat. Es basiet auf der gleichen Staats- und Machtlogik, sowie Ausgrenzung und Ermordung all derjenigen die nicht ihrer Ideologie entsprechen.
Zu Beginn des Theaterstückes bereitet Mamma Togni das Essen zu und erfährt währenddessen von einer Versammlung der Faschisten auf dem Marktplatz. Sie kennt den Faschismus aus eigener Erfahrung und weiß, dass solche Versammlungen nicht legitimiert werden dürfen. Sie macht sich auf den Weg zum Marktplatz. Mamma Togni, eine Frau die tief mit der Gesellschaft und der Geschichte verwurzelt ist, erhebt ihre Stimme. Als symbolischen Akt schlägt sie mit ihrem Gehstock gegen den Mikrofonständer und den Redner. Die Versammlung wird gestört und es kommt zu einem Aufstand der Gemeinde. Genauso schnell kommt auch die Polizei und nimmt sie und die Aufständigen fest, doch der Protest lässt sich selbst im Gefängnis nicht niederschlagen.
Mit dem Rückhalt der Gesellschaft erkämpft Mama Togni die Freilassung der Gefangenen.
Eine weitere Szene widmet sich der Rolle als Mutter von gefallenen Freiheitskämpfern. Mit dem Tod ihres Sohnes, der im Kampf gegen den Faschismus gefallen ist, ist sie zur Mutter der Gesellschaft geworden.
Zutiefst berührt stand das Publikum am Ende des Stückes auf klatscht und sang bella Ciao.
Angriffe auf religiöse Minderheiten
Suweida
Der Bericht der Vereinigten Nationendokumentiert eine massive Gewalt durch die Angriffe auf Suweida im Juli. Dadurch sind 1.700 Menschen getötet und rund 200.000 weitere vertrieben worden. Die UN-Untersuchungskommission spricht von möglichen Kriegsverbrechen und sieht Anhaltspunkte dafür, dass auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorliegen könnten.
Seqlbiya
Dennoch schöpfen die Menschen in Suweida Kraft aus der Organisierung und gehen auf die Straße um zu demonstrieren. Letzten Samstag versammelten sich die Anwohner:innen und protestieren in Solidarität mit den Menschen in Seqlbiya, die am Freitag vom islamistischen Gruppen angegriffen worden sind.
Seqlbiya ist eine christlich geprägten Stadt in der Provinz Hama. Als Auslöser der Angriffe, schildert die Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR), dass mehrere junge Mädchen von Männern aus der benachbarten Stadt Qalaat al-Madiq belästigt worden seien. Dieser Übergriff wurde durch den Eingriff Außenstehender verhindert.
Darauf hin mobilisierten die Angreifer zur Plünderung und Zerstörung und Gewalttaten.
Die Einwohner der Stadt organisierten daruaf hin einen Sitzstreik, um gegen die jüngsten Spannungen zu protestieren und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen sowie die Verbreitung unkontrollierter Waffen in der Region einzudämmen.
Faschistische Mentalität
Die Angriffe einer faschistischen Staatsideologie, einer Macht des Hasses und dem Genozid von Identitäten erleben wir in Syrien immer mehr. Das spiegelt sich vor allem in den Angriffen auf religiöse Minderheiten, wie der drusischen, der alawitischen und christlichen Bevölkerung wieder. Sie sind geprägt von einer Politik der Spaltung und enormer Gewalt.
Zu den Auswirkungen einer faschistischen Staatsmentalität hat Kongra Star die Broschüre „The Hate Machine and Identity Genocide in Syria (2025-2026)“ veröffentlicht, welche auf der Website nachzulesen ist.
Um der faschistischen Staatsmentalität etwas entgegen zu setzen, haben sich Proteste gegen den Besuch von dem selbsternannten syrischen Pesidenten Al- Jolani in Berlin am 30. März angekündigt.
Und damit senden wir revolutionäre Grüße aus Rojava.

