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Liebe Freund:innen,
heute berichten wir von den aktuellen Geschehnissen aus Rojava, dem Herzen der Frauenrevolution.
Es sind nun 2 Monate seit der Vereinbarung des Integrationsabkommens zwischen der syrischen Übergangsregierung und der Autonomen Selbstverwaltung vergangen.
Die Vereinbarungen werden immer noch in jedem Bereich im Detail ausgehandelt und kleine Schritte werden getan. Die Stimmung ist in dieser Phase angespannt und die Gesellschaft weiterhin in Bereitschaft zur Verteidigung.
YPJ
Besonders vordergründig ist momentan das Thema der Integration der Frauenverteidigungseinheit YPJ (Yekîneyên Parastina Jin) in die syrische Armee. Die YPJ wurde am 4. April 2013 in Nordostsyrien gegründet.
Eine Kommandantin sagte:
„Mit Beginn der Revolution standen die Kurden und insbesondere die kurdischen Frauen an vorderster Front. Und mit der Gründung der YPJ und der Revolution in Rojava erkannten wir, dass wir nicht nur unterstützend, sondern auch eine organisatorische Kraft sein konnten.“
Seitdem ist die YPJ weltweit bekannt für ihren Mut und ihre Entschlossenheit bei der Befreiung der vom IS besetzten Gebiete und im Widerstand gegen die Invasion der türkischen Armee und ihrer dschihadistischen Banden.
Sie verteidigen sich jedoch nicht nur gegen physische Angriffe, sondern auch gegen die mentalen Angriffe einer patriarchalen Staatsgewalt. Durch Bildung, Selbstorganisierung, ein Bewusstsein für die eigene Stärke und die Rechte der Frauen entwickeln sie stärkste Selbstverteidigung. Die YPJ beweist, dass Frauen überall die Fähigkeit und das Recht haben, sich gemeinsam zu verteidigen und somit ihr Land, ihr Volk und ihre Gesellschaft zu schützen.
Am 4. April ist nicht nur der Gründungstag der YPJ, sondern auch der Geburtstag von Abdullah Öcalan, dem Vorreiter der Philosophie Jin Jiyan Azadî.
Rechte der Frauen
Der Kampf um die Integration der Rechte der Frauen in die neue syrische Verfassung ist ein anhaltender Prozess, in dem noch keine Schritte gegangen worden sind.
Daher ruft Sherin Oso, Mitglied des Frauenrats der Partei der Demokratischen Union, alle Frauen Syriens dazu auf, ihre Rechte zu verteidigen:
„Niemand hat das Recht, über das Schicksal der Freiheit und der Rechte der Frauen zu entscheiden; das müssen die Frauen selbst entscheiden.“
Sie betont, dass jede Frau ein Bewusstsein für die Rechtsgrundlage und die Frauenrechte erlangen muss. Frauen, auch in hohen Positionen, müssen ihr Verhalten und ihre Annäherung an politische Entscheidungen immer wieder reflektieren und sich der mentalen Angriffe der männlichen Staatslogik bewusst sein.
Alle Frauen Syriens müssen jetzt ihrer Verantwortung nachgehen und die Errungenschaften der Revolution verteidigen. Das heißt auch, die Frauenverteidigungseinheiten und die inneren Sicherheitskräfte (Asayish) zu unterstützen.
Akitu
Heute, am „Kha b-Nisan“, dem 1. April, wird an vielen Orten des Mittleren Ostens und weltweit das assyrische Frühlings- und Neujahrsfest Akitu gefeiert. Akitu bedeutet Gerste und symbolisiert die Zivilisation und das aufblühende Leben im alten Mesopotamien. Riten und Religion haben eine sehr hohe Bedeutung bei den Feierlichkeiten.
Mit dem Beginn des Frühlings erblüht die Natur: Bäume, Pflanzen, Felder und Blumen bekommen Blätter und Knospen und symbolisieren ein neues Leben. An diesem Tag haben Riten und Religion eine hohe Bedeutung und es wird traditionelle Kleidung getragen.
So wird zum Beispiel in der Stadt Hakkari in Nordkurdistan ein rotes Taschentuch über die Haustür gehängt, in anderen Regionen Blumen. In der Stadt Mosul in Başûr wird eine Schüssel mit Weizen und sieben Nuss- und Samenarten vor die Tür gelegt. Neben kulturellen Feiern steht die Forderung nach politischer Anerkennung und Schutz ihrer Identität im Mittelpunkt.
Massengrab in Aleppo
In den letzten Tagen hat uns die schreckliche Nachricht erreicht, dass nach dem letzten Angriffskrieg der syrischen Übergangsregierung in Şexmaqsûd und Eşrefiyê im Januar 2026 ein Massengrab mit mehr als 270 Leichen gefunden wurde. Augenzeug:innen berichteten, dass in dem Gebiet festgenommene Personen zusammengebracht und anschließend getötet worden seien. Einige der Leichen sollen sichtbare Spuren schwerer Gewalt aufweisen.
Besonders viele Menschen, die aus Aleppo fliehen mussten, sind seitdem nicht mehr auffindbar. Eine Strategie der dschihadistischen Gruppen, die vom türkischen Staat unterstützt werden, ist es, die Menschen auf den Fluchtrouten abzufangen, zu foltern, zu entführen oder zu ermorden.
Nesrîn Silêman von der Vereinigung der Vertriebenen aus Efrîn spricht von 3.000 Menschen, deren Verbleib bis heute ungeklärt ist. Es gibt keine ausreichende Dokumentation über die Kriegsverbrechen.
Al-Sharaa
Im selben Moment legitimiert Friedrich Merz durch den Empfang von Ahmed al-Sharaa in Berlin die Kriegsverbrechen, die Menschenrechtsverletzungen und die extreme, speziell gegen Frauen gerichtete Gewalt.
Des Weiteren versichert die Bundesrepublik Deutschland dem dschihadistischen al-Sharaa 200 Millionen Euro für die eigene faschistische und rassistische Abschiebepolitik. Mit diesem Geld finanziert al-Sharaa nichts anderes als Kriege.Bereits Anfang des Jahres hatte die EU 640 Millionen Euro für den Wiederaufbau Syriens an das damalige Al-Nusra-Mitglied al-Sharaa übergeben.
Ob durch diese Finanzierung die EU auch konkrete Informationen über das Schicksal der Verschwundenen oder eine unabhängige Untersuchung zu den Berichten über Tötungen, Vertreibungen und sexualisierte Gewalt fordert, ist fraglich.
Brand im Getreidelager in der Nähe von Hesekê
Nach einem Drohnenangriff auf einen US-Stützpunkt im Nordosten Syriens kam es zu einem Brand in einem Getreidelager in der Nähe von Hesekê. Der Angriff richtete erhebliche Schäden an.
Berichten zufolge trafen mehrere Drohnen gezielt ein Getreidesammelzentrum unweit des Stützpunkts. Dabei wurde ein Weizenlager, das zur Landwirtschafts- und Bewässerungsbehörde der Selbstverwaltung in Nordostsyrien gehört, schwer beschädigt. Große Teile der dort gelagerten Ernte wurden zerstört und von den Flammen vernichtet.
Şengal – Kongress des Demokratischen Autonomierats von Şengal
Der 6. Kongress des Demokratischen Autonomierats von Şengal wird als wichtige Grundlage für den weiteren politischen und gesellschaftlichen Aufbau der ezidischen Gemeinschaft gesehen. Im Mittelpunkt standen Themen wie Einheit, Selbstverwaltung und die Sicherung von Rechten innerhalb der irakischen Verfassung. Die Teilnehmenden betonen, dass die Ezid:innen ihre Zukunft selbst gestalten und ihre politische Position stärken müssen, um ihre Existenz zu sichern.
Trotz schwieriger Bedingungen und anhaltender Angriffe wurde der Kongress bewusst abgehalten. Vertreterinnen wie Riham Hesen sehen ihn als Zeichen des Widerstands und als Antwort auf Bedrohungen gegen die bisherigen Errungenschaften der Selbstverwaltung und die Angriffe im Irak.
So senden wir euch revolutionäre Grüße aus Rojava!

