Nachricht aus Rojava – 05.04.2026

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Liebe Freund:innen,

wir grüßen euch aus Rojava dem Herzen der Frauenrevolution.
In unserer Nachricht heute berichten wir von hier aktuellen Themen der letzten Tage.


Geburtstag der YPJ und von Abdullah Öcalan

Gestern feierten Hunderte von Menschen aus Rojava im Stadion von Qamishlo den Geburtstag der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) sowie den Geburtstag von Abdullah Öcalan, einer bedeutenden Persönlichkeit der Freiheitsbewegung Kurdistans. Die gesamte Stadt war mit Fahnen geschmückt.
Zur Eröffnung der Veranstaltung gab es eine militärische Zeremonie sowie Redebeiträge zu Ehren Abdullah Öcalans und anlässlich des Geburtstags der YPJ. Die YPJ widmete diesen Tag allen Frauen und der Bevölkerung. Sie gedachten dabei insbesondere der Gründungsmitglieder.
Für die Gesellschaft – auch weltweit – hat Abdullah Öcalan eine große Bedeutung. Seine Perspektiven und Ideen verkörpert Stärke und Hoffnung für ein freies Leben sowie den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft. Durch seine Analysen und die Philosophie „Jin, Jiyan, Azadî“ konnten Frauen ihren freien Willen stärken und ihre Selbstverteidigung aufbauen. Auch in Zeiten von Kriegen weltweit zeigt Öcalan Stärke, indem er sich für den Frieden ausspricht.
Um dieser Bedeutung Ausdruck zu verleihen und die Verbundenheit zu spüren, tanzten die Menschen gemeinsam, begleitet von traditioneller Livemusik, die von einer Musikgruppe gespielt wurde. Auch in den Bergen Kurdistans wurden der Geburtstag Öcalans sowie das Gründungsjubiläum der PJAK (Partei für ein freies Leben in Kurdistan) gefeiert.

Mala Jin


Anlässlich des Geburtstags von Abdullah Öcalan luden die Frauen von Mala Jin – einer Institution für Mediation innerhalb der Gesellschaft – Frauen aus Qamishlo ein. Frauen sowie Mütter von Gefallenen, die ihr Leben für ein freies und demokratisches Leben gegeben haben, trafen sich, erzählten Geschichten, trugen Gedichte vor und sangen Lieder.
Die Frauen saßen in einem Kreis, in dessen Mitte ein Çay-Service stand. Sie trugen feierliche und farbenfrohe Kleidung sowie traditionelle Schals aus der Region.
Sie erzählten kleine Anekdoten über ihre erste Begegnung mit Abdullah Öcalan und die Kraft, die daraus entstand. Eine Frau erinnerte sich genau daran, dass Öcalan sich schon damals für friedliche Lösungen und Verhandlungen eingesetzt hat, und zeichnete somit ein Bild seines Charakter. Eine andere Frau teilte den Schmerz über die Ungewissheit bezüglich ihres vermissten Kindes. Es wurde geweint, gelacht und zur Stärkung der Moral gemeinsam gesungen.

Gespräche mit Damaskus und der YPJ


Die Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) haben eine große Bedeutung für die Verteidigung der Frauenrechte und ihren Beitrag zum Aufbau der Zukunft Syriens. Mit dem Beginn der Integrationsphase tritt dieser Prozess in eine neue Phase ein.
Am Mittwoch traf eine Delegation der YPJ den Verteidigungsminister Murhaf Abu in Damaskus, um die Integration der Frauenfreiheitsbewegung in die syrische Armee zu besprechen. Der Delegation gehörten die YPJ-Vorsitzende Rohilat Afrin, Suzdar Haji (Mitglied des Generalstabs der Syrischen Demokratischen Kräfte, SDF) sowie die YPJ-Sprecherin Ruksen Mohamed an.
Die Gespräche werden als erster positven Schritt für diplomatische Verhandlungen bewertet, da der Verteidigungsminister Bereitschaft signalisiert hat, den Dialog fortzuführen. Die Gesellschaft betont jedoch, dass sie weiterhin bereit ist, die Rechte der Frauen zu verteidigen, solange die YPJ nicht offiziell in der neuen Verfassung verankert ist.
„Wir werden die Präsenz von Frauen in Syrien mit der Identität der YPJ gewährleisten“, sagte Ruksen Mohamed.

Verhandlungen zu den Sicherheitskräften Asayish


Ausgangslage der Gespräche war, dass die syrische Übergangsregierung bislang die Integration einer eigenständigen Fraueneinheit in die Armee ablehnt.
Die Übergangsregierung schlug vor, dass sich Frauen einzeln – und nicht als Einheit – den lokalen Sicherheitskräften der Asayish anschließen können. Dieser Vorschlag wurde jedoch von der YPJ abgelehnt, da dies zum einen nicht dem Recht der Frauen entspricht und zum anderen die Frauen vereinzelt und nicht in einer Einheit arbeiten müssten.
Dass Frauen inzwischen in den Asayish arbeiten können, ist das Ergebnis langer Verhandlungen und ein erster Erfolg. Zu Beginn wurde auch hier die Integration von Frauen dort abgelehnt, später sollten nur verheiratete Frauen teilnehmen dürfen, und schließlich wurde die Teilnahme für alle Frauen genehmigt.

2.Konvoi – Rückkehr nach Afrin

Am Samstag kehrte der zweite Konvoi mit Vertriebenen aus Afrin in ihre Heimat zurück. Rund 200 Familien machten sich von Qamishlo aus auf den Weg nach Afrin.
Die Rückkehr wurde durch das Integrationsabkommen zwischen der syrischen Übergangsregierung und den demokratischen Kräften Syriens ermöglicht. Dass diese Vereinbarungen nun umgesetzt werden kann, hat eine große Bedeutung. Familien, die zuvor in Schulen oder Camps gelebt haben, kehren mit Hoffnung und der Möglichkeit eines Neuanfangs zurück.
Bereits im März sind etwa 400 Familien in die Regionen Cindirês, Mabeta und Şiyê zurückgekehrt.

    Situation in Afrin


    Die Familien, die nach Afrin zurückgekehrt sind, freuen sich, wieder die Verbindung zu ihrer Heimat und ihren Wurzeln zu spüren. Die meisten leben bereits wieder in ihren Wohnungen, einige stehen jedoch vor Herausforderungen.
    Einige Häuser wurden von bewaffneten Gruppen, die mit dem türkischen Staat in Verbindung stehen, verwüstet oder zerstört. Andere Familien mussten feststellen, dass ihre Häuser von Menschen bewohnt werden, die vom türkischen Staat dort zwabgsangesiedelt wurden.
    Für diese Situationen müssen Lösungen gefunden werden.
    Laut einem Bericht der kurdischen Menschenrechtsorganisation RMME wurden im März in den Regionen Aleppo und Afrin 13 Zivilpersonen getötet und weitere schwere Übergriffe dokumentiert. Die Taten werden bewaffneten Gruppen zugeschrieben, die mit der syrischen Übergangsregierung und dem türkischen Staat verbunden sind.
    Um die Rückkehr der Menschen langfristig zu sichern, müssen Sicherheitsgarantien geschaffen werden. Diese sowie der Ausbau von Strukturen werden weiterhin mit der Übergangsregierung verhandelt.

    Und damit wünschen wir euch revolutionäre Grüße aus Rojava

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