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Liebe Freund:innen,
In Nord- und Ostsyrien fanden auch diese Woche Diskussionen, Treffen und öffentliche Dialoge statt, in denen erneut bekräftigt wurde, wie notwendig der Aufbau eines demokratischen Syriens die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, insbesondere bei Entscheidungsprozessen ist. Die Teilnehmer:innen dieser Veranstaltungen fordern weiterhin, dass die neue syrische Verfassung die politischen und sozialen Rechte der Frauen garantieren, die durch jahrelangen Kampf errungenen Errungenschaften schützen und eine sinnvolle Vertretung von Frauen in staatlichen Institutionen gewährleisten muss. Forderungen, die im aktuellen Integrationsprozess bis heute kaum Beachtung finden.
Deshalb ist es um so wichtiger, die Organisation von Frauen und kollektives Handeln zu stärken, um der Politik der Marginalisierung und Ausgrenzung entgegenzutreten. Im Zuge der Kampagne „We are all YPJ“ forderten weiterhin Politikerinnen, Kämpferinnen, und Aktivistinnen die offizielle Anerkennung der Frauenschutz-Einheiten (YPJ) als unabhängige Verteidigungskräfte der Frauen, um ihre entscheidende Rolle zum Schutz der Gesellschaft auch in Zukunft spielen zu können.
Kunst und Kultur als Widerstand von Frauen
Die Frauenkunst- und Kulturbewegung Hîlala Zêrîn feierte in dieser Woche den zweiten Jahrestag der Eröffnung der ersten Frauenhochschule für Musik und Kunst in Nord- und Ostsyrien und bekräftigte damit sein Engagement für die Schaffung kultureller Räume, die die Kreativität und die Rolle der Frauen in der Gesellschaft stärken. Während der Veranstaltung präsentierten Studentinnen ihre Fähigkeiten in den Bereichen Musik, Gesang, Film uvm. Sie zeigten, dass Kultur und Kunst wesentliche Formen des Widerstands sind, und bestärkten ihren Einsatz für die Entwicklung einer kreativen, kämpferischen, lebensbejahenden, die Schönheit und Freiheit stärkenden Kunst und Kultur aus Perspektive von Frauen.
Hilala Zêrîn setzte ihre kulturellen und künstlerischen Aktivitäten im Rahmen der Kampagne „We are all YPJ“ – „Wir sind alle YPJ“ fort. Durch Theateraufführungen, Musikveranstaltungen und Kunstausstellungen, die in mehreren Städten in Nord- und Ostsyrien stattfanden, hob die Bewegung den Kampf und die Opfer der YPJ-Kämpferinnen bei der Verteidigung der Gesellschaft und im Widerstand gegen den IS hervor. Die Veranstaltungen unterstrichen die Rolle von Kunst und Kultur bei der Bewahrung der Geschichte der Frauen, der Weitergabe der Werte des Widerstands an künftige Generationen und der Unterstützung der Forderung nach einer offiziellen Anerkennung der YPJ im Rahmen des Integrationsprozesses.
Rückkehr nach Afrin
Acht Jahre nach ihrer Zwangsvertreibung pochen die Menschen in Afrin weiterhin auf ihr Recht, in ihre Häuser und Dörfer zurückzukehren. Viele Familien die bereits mit der Rückkehr begonnen haben, berichten von den immer noch schwierigen Bedingungen. Sie betonen, dass eine echte Rückkehr Sicherheit, die Rückgabe von beschlagnahmten Eigentum, die Verfolgung begangener Verbrechen sowie Bedingungen erfordert, die ein würdiges Leben für alle Bewohner:innen garantieren. Frauen gehören nach wie vor zu den am stärksten von jahrelanger Vertreibung und Misshandlung Betroffenen, was die Notwendigkeit von Gerechtigkeit und Schutz unterstreicht.
Gedenken an den Widerstand vom 14. Juli
Die Partei der Demokratischen Union (PYD), Kongra Star und die kurdische Gemeinschaft im Libanon gedachten des 44. Jahrestags des historischen Widerstands vom 14. Juli im Amed-Gefängnis und bekräftigten, dass dieser Widerstand einen entscheidenden Moment im Kampf für Freiheit, Würde und die Verteidigung der kurdischen Identität darstellte. Die Teilnehmer würdigten zudem die Vorreiterrolle der Frauen in der Freiheitsbewegung und bekräftigten ihr Engagement, den Kampf für eine demokratische Gesellschaft fortzusetzen.
Schutz des Namens und der Identität Kobanês
Im Zuge des Integrationsprozesses besteht die aktuelle Übergangsregierung auf die offiziellen arabisierten Städtenamen in Nord- und Ostsyrien. Dem entgegen wurde in Kobanê eine breite Kampagne aus der Bevölkerung gestartet, um zu fordern, dass der ursprüngliche Name der Stadt in allen offiziellen Dokumenten anerkannt wird. Der Name Kobanê ist ein untrennbarer Teil der Geschichte, der Identität und des kollektiven Gedächtnisses der Stadt. Die Bewahrung des Namens der Stadt bedeutet zugleich ihre Geschichte zu bewahren sowie ihren Widerstand und die vielen Opfer ihrer Bevölkerung zu ehren.
Gegen den Versuch, den Namen der Stadt durch Ain al-Arab zur ersetzen, fanden in Kobanê massive Proteste und Demonstrationen statt. Die Kampagne weitete sich auch auf andere Städte aus. So fanden z.B. in Qamishlo Aktionen statt wo die Teilnehmer:innen ebenso gegen die Umbenennung der Stadt protestierten und ihre Solidarität mit den Menschen in Kobanê ausdrückten.
Und damit senden wir euch revolutionäre Grüße aus Rojava!

