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Liebe Freund:innen,
in vielfältigen Erklärungen und Interviews setzen sich Frauen und Frauenorganisationen vor allem in sozialen Medien und Presse weiterhin dafür ein, dass der Aufbau eines demokratischen Syriens ohne die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Entscheidungsprozessen und an der Gestaltung der Zukunft des Landes unmöglich ist. Die Forderung nach Anerkennung der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) steht weiterhin auf der Tagesordnung der Frauenbewegung sowie die Stärkung von Frauenorganisation und der gemeinsame Kampf in allen Lebensbereichen, denn sie sind die wirksamste Garantie für den Schutz der Errungenschaften der Frauenrevolution und die Verteidigung der Frauenrechte.
Syrische Frauen richten sich an die internationale Gemeinschaft
Den Besuch von António Guterres UN-Generalsekretär in Syrien nutzten auch Frauenorganisationen, um ihre Perspektive und Forderungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft auszudrücken.
Während eines Treffens mit 18 Frauenorganisationen, darunter auch eine Vertreterin der kurdischen Frauenbewegung „Kongra Star“, wurden Erklärungen zur Lage der Frauen, zur Wirtschaft, zur Justiz, zum Schutz der Rechte der kurdischen Bevölkerung übergeben und auf die Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen gegen die Bevölkerung von Scheich Maqsud, in der Küstenregion und in Suwaida aufmerksam gemacht. Zugleich wurde die Wichtigkeit der Beteiligung von Frauen an politischen Entscheidungsprozessen sowie an der Übergangsregierung in Damaskus betont.
Integration der Universität Rojava
In den letzten Tagen haben mehrere Gespräche zur Integration der Universität Rojava in das Hochschulsystem von Al-Hasaka stattgefunden. Dies ist Teil eines umfassenderen Prozesses, der Integration und Anbindung akademischer Einrichtungen an das Hochschul- und Forschungsministerium. Mit dem Anliegen zugleich die Kontinuität der Bildung für die Bevölkerung zu gewährleisten setzen sich alle Beteiligten dafür ein, dass die Integration in sorgfältig geplanten akademischen und rechtlichen Schritten erfolgen wird sowie die Rechte der Studierenden und des akademischen Personals geschützt werden. Vorschläge zur Umbenennung der Universität in „Roj Universität“ und insbesondere das bestehen auf die Umgestalltung der Lehre in arabischer und englischer Sprache, statt bisher in kurdischer, stärken jedoch persönliche Zukunftsängste von Lehrenden als auch Studierenden sowie die Sorge, dass hier eine der wichtigsten Errungenschaften der Revolution, die grundlegende als auch weiterführende Bildung in der Muttersprache, gefährdet wird.
„Frauen können erfolgreich sein, solange sie Ausdauer und Entschlossenheit zeigen.“
Dies gilt nicht nur im Großen, wenn wir über den Kampf gegen Patriarchat und für Frauenbefreiung sprechen, sondern in jedem kleinen Kampf den Frauen täglich für ihre Selbstbestimmung und Träume führen müssen. Es ist das Zitat von Sarah Jagami, einer jungen Frau aus Suweyda, die ihre Leidenschaft für Fußball seit 2023 im Frauenteam des Al-Suwayda Workers Club lebt. Jahrelang galt auch in Syrien Fußball als Männerdomäne. Frauen waren in Sportstadien kaum präsent. Doch der Wandel der letzten Jahre hat jungen Frauen die Tür geöffnet. Nicht nur in Rojava auch in Suweyda gibt es fast in jeder Stadt Frauenfussballteams. Die Spielerinnen des Al-Suwayda Workers Club machen aktuell besonders auf sich aufmerksam. Sie haben den Sprung ins Stadion geschafft und nehmen an offiziellen Turnieren – darunter der Westasienmeisterschaft – teil. Trotz Krieg, Mobilitätsproblemen und schulischem Druck sind sie Vorbilder für Frauen, die aus alten Mustern ausbrechen und ihre eigene sportliche Zukunft gestalten wollen. Vielen jungen Frauen war aufgrund der Sicherheitslage und des Krieges der Zugang zu Bildung, Studium und damit auch zu Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und das Erreichen ihrer Träume verwehrt. Im Sport haben sie sich diese Möglichkeiten erkämpft.
Konferenz der Filmschaffenden in Rojava
In Qamishlo fand vom 24.-26. Juli die erste Cinema-Konferenz statt. An der Konferenz nahmen zahlreiche Filmschaffende, Schauspieler, Kameraleute und Aktivisten aus dem Filmbereich teil und diskutierten gemeinsam den aktuellen Stand des Kinos in Rojava sowie Strategien für dessen Weiterentwicklung. Viele der Aktivistinnen sind Frauen. Sie lehren oder studieren an der Frauen Kunst- und Kulturhochschule in Heseke oder sind so wie die Frauen von „Sine Jin“ in der Filmproduktion aktiv, arbeiten in der Regie, schreiben Drehbücher, Schauspielen, komponieren Musik. Sie wirken daran mit, in Rojava eine Filmkultur zu entwickeln, die konträr zur weltweit patriarchal geprägten Filmbranche im Einklang mit den Werten der freien Frauen und für Demokratie, Vielfalt und Wahrhaftig steht. Und sie wollen Filme produzieren, die Frauengeschichten in den Mittelpunkt stellen und sich mit den Problemen von Frauen auseinandersetzen.
Damit senden wir revolutionäre Grüße aus Rojava

