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Liebe Freund:innen,
Die Zukunft der Frauenschutz-Einheiten (YPJ)
Im Rahmen des Dialogs mit der syrischen Übergangsregierung werden die Diskussionen über die Zukunft der Frauenschutz-Einheiten (YPJ) fortgesetzt, wobei Vorschläge vorliegen, die Einheiten als eigenständige Anti-Terror-Einheit in das Innenministerium zu integrieren. Frauenorganisationen und Aktivistinnen haben betont, dass jede künftige Regelung den Willen der Frauen und ihre Erfahrungen in der Selbstverteidigung anerkennen und gleichzeitig den rechtlichen und organisatorischen Status der YPJ sichern muss, den diese durch jahrelangen Kampf als wesentliche Kraft zum Schutz der Gesellschaft und zum Aufbau eines demokratischen Syriens errungen hat.
Frauen, die Verfassung und die Gestaltung der Zukunft Syriens
Das Syrische Frauenforum zum Aufbau der Zukunft erörterte in dieser Woche Wege zur Stärkung der Rolle der Frauen bei der Ausarbeitung der neuen Verfassung, der Festigung des zivilen Friedens und dem Aufbau eines demokratischen Syriens auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Die Teilnehmerinnen des Forums betonten, dass der Schutz der Frauenrechte die Gewährleistung ihrer wirksamen Vertretung in Entscheidungsgremien, die Verankerung verfassungsrechtlicher und gesetzlicher Garantien für Gleichberechtigung, die Stärkung der Rolle von Frauen bei der Friedenskonsolidierung, die Bewahrung der kulturellen Vielfalt Syriens sowie die Anerkennung der Erfahrungen von Frauen in Nord- und Ostsyrien als Vorbild für die politische und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen erfordert.
Gerechtigkeit für Kämpferinnen und der Schutz ihrer Rechte
Der Frauenrat der Partei der Demokratischen Union (PYD) verurteilte die gegen die 2019 von der Dschihadistenmiliz „Ahrar al-Sham“ gefangen genommene und in die Türkei verschleppte YPJ-Kämpferin Çiçek Kobanê verhängte lebenslange Haftstrafe. Sie bezeichnete Verschleppung und Verurteilung als Verstoß gegen das Völkerrecht und als Angriff auf Frauen, die ihre Gemeinschaften gegen den IS verteidigt haben. Die Türkei hat das bereits 2021 verhängte Urteil nach einem jahrelangen Revisionsprozess am 24.07. bestätigt.
Der Frauenrat forderte in ihrere Erklärung internationale Maßnahmen, um Gerechtigkeit zu gewährleisten, die Rechte der Inhaftierten zu schützen und die für solche Verstöße Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Der zwölfte Jahrestag des Völkermords von Sinjar
Anlässlich des zwölften Jahrestags des Völkermords von Sinjar haben viele politische und gesellschaftliche Akteure der Region den Jahrestag genutzt, um erneut ihre Solidarität mit auszudrücken und die Forderungen nach der internationalen Anerkennung des an der jesidischen Gemeinschaft begangenen Völkermords, nach der Rechenschaftspflicht der Verantwortlichen und nach Aufklärung über das Schicksal der vermissten Frauen und Kinder bestärkt. Sie betonten zudem die Notwendigkeit, die jesidische Gemeinschaft zu schützen und die sichere und würdige Rückkehr der Bevölkerung von Sinjar zu gewährleisten. Sie hoben hervor, dass die Verhinderung einer Wiederholung solcher Gräueltaten und dafür eine Stärkung der Selbstverteidigungsmechanismen der Gemeinschaft sowie die Anerkennung der Rolle der Frauenschutz-Einheiten (YPJ) bei der Rettung Tausender Zivilisten und der Verteidigung von Frauen während der ISIS-Angriffe notwendig sind. Sie sind grundlegende Garantie gegen künftige Völkermorde, die sich gegen Frauen und ethnische oder religiöse Gemeinschaften richten.
Weizen – Zentrum der Landwirtschaft, Kultur und Tradion in Rojava
Wichtig für Rojava und die Region Cizire ist der Weizen. Als Teil des fruchtbaren Halbmondes Mesopotamiens ist die Landwirtschaft und Produktion von Weizen eine jahrtausende alte Tradition in der Region, die bis heute großen Einfluss auf das Leben der Menschen hat. Die Ernte ist vorbei und traditionell kommt die Bevölkerung in den Dörfern und Stadvierteln zusammen und gekochter Weizen wird verteilt. In diesem Jahr fand mit dem Ziel die Geschichte und Kultur der Landwirtschaft und insbesondere des Weizens in der Region sichtbar zu machen und zu schützen, das erste Weizenfest in der Region Cizire in Qamishlo statt. Auf dem Festival wurde traditionelles Essen ebenso wie alte Werkzeuge der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion vorgestellt.
Auch viele Frauenorganisationen und Strukturen wie Jinwar und die Stiftung der Freien Frauen waren Vorort und haben Handarbeiten, selbstgemachte Lebensmittel rund um das Thema Weizen präsentiert. Sie nutzten die Gelegenheit die Bedeutung von Frauen für die Landwirtschaftliche Kultur zu verdeutlichen, ihre Projekte vorzustellen und Produkte zu verkaufen, um damit ihre Projekte finanzieren zu können.
Damit senden wir euch revolutionäre Grüße aus Rojava

