Nachricht aus Rojava – 16.09.2026

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Liebe Freund:innen,

Aktuelle Entwicklungen in Kobani und die Wahrung des sozialen Friedens

In Kobani kam es in den letzten Tagen nach dem Märtyrertod des Kämpfers Sipan Hazni zu eskalierenden Spannungen. Die Einwohner gingen auf die Straße und forderten, dass die Umstände seines Todes untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen, bevor die Situation im Gefängnis von Kobani eskalierten, nachdem Berichte kursierten, dass die Häftlinge nach Aleppo verlegt werden sollten. In mehreren Bereichen des Gefängnisses brach ein Feuer aus, bei dem neun Häftlinge ums Leben kamen und 17 weitere verletzt wurden, einige davon schwer.

Kongra Star und andere zivilgesellschaftliche und politische Organisationen forderten eine unabhängige und transparente Untersuchung aller Ereignisse, die Rechenschaftspflicht der Verantwortlichen sowie den Schutz der Zivilbevölkerung, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Zudem wurde betont, dass die Wahrung des sozialen Friedens und des Zusammenlebens zwischen den verschiedenen Gemeinschaften Syriens erfordert, dass Konflikte mit demokratischen und rechtlichen Mitteln gelöst und die Rechte aller Völker und Gemeinschaften geachtet werden.

Das Recht auf Bildung in der Muttersprache

Auch in dieser Woche gab es weiterhin Reaktionen gegen die Entscheidung, den Unterricht in kurdischer Sprache auf drei Unterrichtsstunden pro Woche zu reduzieren. Kongra Star bekräftigte, dass der Unterricht in der Muttersprache ein Grundrecht sei, das nicht Gegenstand politischer Verhandlungen sein dürfe, und forderte, dass in Gebieten mit kurdischer Bevölkerung der Unterricht vollständig in kurdischer Sprache gewährleistet werde.

In Kobani traf sich der Oberbefehlshaber der Syrischen Demokratischen Kräfte, Mazloum Abdi, mit kurdischen politischen Parteien, um die jüngsten Entwicklungen in der Stadt sowie den Integrationsprozess und Möglichkeiten zur Gewährleistung des Unterrichts in der Muttersprache zu erörtern. Er betonte, dass man sich gemeinsam mit den zuständigen Behörden weiterhin für den Schutz dieses Rechts einsetzen werde. Auch Bürger- und Studenteninitiativen brachten weiterhin ihre Ablehnung gegenüber Einschränkungen des kurdischsprachigen Unterrichts zum Ausdruck und betonten, dass Sprache ein wesentlicher Bestandteil der Identität, der Kultur und des Rechts auf Bildung sei.

Frauen, Leben, Freiheit: Vier Jahre Kampf

Anlässlich des vierten Jahrestags des Aufstands „Jin Jiyan Azadî – Frauen, Leben, Freiheit“ in Ostkurdistan und im Iran bekräftigte Kongra Star erneut seine Solidarität mit dem Kampf der Frauen für Freiheit, Gerechtigkeit und ein demokratisches Leben. Kongra Star betonte, dass der Aufstand einen bleibenden Einfluss auf den Kampf der Frauen gehabt habe und dass der Slogan „Jin Jiyan Azadî“ zu einem Weg und einer Quelle der Inspiration für den Widerstand gegen Unterdrückung und die Verteidigung der Frauenrechte geworden sei.

Freilassung von 49 Gefangenen

In der aktuelle Phase wurden zuletzt 49 Gefangene, die von der syrischen Übergangsregierung festgehalten wurden, freigelassen. Eine Vielzahl von Kämpfer:innen und Zivilist:innen befinden sich weiterhin in Gewahrsam. Die Forderungen nach dem Schutz der Rechte der Inhaftierten und der Freilassung der noch Inhaftierten halten an.

Während der Kampf für Rechte, Freiheit und ein demokratisches Zusammenleben weitergeht, senden wir euch revolutionäre Grüße aus Rojava.

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