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Liebe Freund:innen,
im Zuge des Integrationsprozesses zwischen der Autonomen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien und der Übergangsregierung unter Al-Sharaa sind viele Themenbereiche weiterhin ungeklärt. Viele Entscheidungen entsprechen nicht dem Willen und den Bedürfnissen der Bevölkerung, weshalb die Lage angespannt bleibt und sich die Proteste der Menschen fortsetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie das Recht auf Bildung in der Muttersprache, die Rechte und Teilhabe von Frauen sowie die stetige Verschlechterung der allgemeinen Lebensbedingungen aufgrund von steigenden Ölpreisen und der Nichteinhaltung von Vereinbarungen durch die Regierung.
Für das Recht auf Bildung in der Muttersprache …
… befinden sich viele Schüler:innen im Streik. Anstatt zum Unterricht zu gehen, versammeln sie sich in Zelten in den Städten. Sie drücken ihre Sorge um ihre Zukunft aus und protestieren gegen die Entscheidung der Übergangsregierung, den kurdischsprachigen Unterricht einzuschränken. Sie betonen, dass das Recht, in der eigenen Muttersprache zu lernen, nicht auf drei Unterrichtsstunden pro Woche reduziert werden darf. Schüler:innen und Familien fordern, dass dieses Recht in der neuen syrischen Verfassung garantiert wird und dass der Unterricht in Kurdisch in allen Schulstufen und Fächern angeboten wird. Der Schutz der Muttersprache ist nicht nur eine Frage der Bildung, sondern auch eine Frage der Bewahrung von Identität und Kultur sowie der Gewährleistung, dass künftige Generationen in ihrer eigenen Sprache lernen können. Deshalb setzt nicht nur die Schülerschaft, sondern die gesamte Bevölkerung in Form von Demonstrationen und Versammlungen ihren Protest fort.
Frauen setzen sich weiterhin entschlossen für die Gestaltung der Zukunft Syriens ein.
Die Frauenbewegung weist insbesondere darauf hin, dass die Beteiligung an der Übergangsphase Syriens und an der Gestaltung der Zukunft des Landes real und sinnvoll sein muss und nicht nur symbolischen Charakter haben darf. Bei einem Treffen zwischen Vertreterinnen von Frauenorganisationen und dem Gouverneur von Hasaka diskutierten die Teilnehmerinnen die Herausforderungen für die Beteiligung von Frauen sowie die Notwendigkeit, ihre Rechte, Errungenschaften und Handlungsautonomie zu schützen. Die Sprecherin von Kongra Star, Gulistan Gulo, betonte, dass Frauen ihren Kampf um Teilhabe an Entscheidungsprozessen fortsetzen werden und dass ihre Rolle in jedem Prozess, der auf den Aufbau eines neuen Syriens abzielt, von Bedeutung ist.
Rojavas Mütter bewahren die Erinnerung an die Revolution.
Der Verein der Familien von Märtyrern hat mit seinem Projekt „Auf dem Weg zur Freiheit” die Geschichten von 18 Müttern in einem Buch zusammengetragen und veröffentlicht. In diesem Buch sind ihre Erfahrungen und Lebenswege seit Beginn der Rojava-Revolution dokumentiert. Die meisten der Frauen sind Mütter von Märtyrern und Aktivistinnen. Andere nahmen am revolutionären Prozess teil und trugen zum Aufbau der Gesellschaft sowie zur Erziehung neuer Generationen bei. Ihre Zeugnisse bewahren einen wichtigen Teil der Erinnerung an die Frauen und Mütter, die Jahre des Wandels und des Kampfes durchlebt haben, und heben eine Rolle hervor, die in den verschiedenen Phasen der Revolution stets präsent war. Nach elfmonatiger Arbeit wurde das Buch auf Kurdisch und Arabisch veröffentlicht. Weitere Bände sind geplant, um die Geschichten weiterer Mütter zu dokumentieren.
Die Bevölkerung, Unternehmer und Landwirte protestieren gegen die steigenden Kraftstoffpreise.
… und sind dafür in vielen Städten der Region täglich auf der Straße. Sie fordern Lösungen für die Strom- und Kraftstoffkrise sowie niedrigere Preise und verbesserte wirtschaftliche Bedingungen, da die steigenden Kosten eine schwere Belastung für Familien, Unternehmen und den Lebensunterhalt darstellen. Da sich die steigenden Kosten für Kraftstoff und lebensnotwendige Güter direkt auf den Alltag der Menschen auswirken, ist die Beteiligung an den Protesten groß. Aus Versammlungen entstehen spontane Demonstrationen, die die wachsende Frustration in der Bevölkerung zum Ausdruck bringen.
Auch Bauern und Landwirtschaftskooperativen sind von den Einschränkungen schwer betroffen. Die Landwirtschaftsbehörde der Übergangsregierung hat zu Beginn der Getreidesaat die Versorgung der Landwirtschaft mit Kraftstoffen gestoppt. Zeitgleich steht die Bezahlung für die gelieferte Ernte immer noch aus. Viele Landwirte können deshalb ihre Felder nicht bestellen.
23 Jahre seit der Gründung der Partei der Demokratischen Union
Anlässlich ihres 23-jährigen Bestehens lud die Partei der Demokratischen Union (PYD) ihre Mitglieder und Unterstützer:innen zu einer Jubiläumsveranstaltung ein. Der Jahrestag wurde mit Reden und einem Kulturprogramm begangen. Dabei erneuerten die Teilnehmer:innen ihr Bekenntnis zum Einsatz für kurdische Rechte und den Aufbau eines demokratischen und dezentralisierten Syriens, das die Rechte aller seiner Gemeinschaften garantiert. Während der Veranstaltung bekräftigten die Teilnehmenden ihr Engagement für den Schutz der Errungenschaften der Revolution und für die Sicherung der Anerkennung kurdischer Rechte in der syrischen Verfassung. Der Jahrestag fällt in eine wichtige Phase des aktuellen politischen Prozesses in Syrien. Bisher fehlt die rechtliche Grundlage für ein Mehrparteiensystem in Syrien. Dies gilt als Voraussetzung für die Durchführung demokratischer Wahlen und die Vertretung der verschiedenen Bevölkerungs- und Interessensgruppen. Dies ist einer der anstehenden Kämpfe, für die sich die PYD und eine politisch und organisierte, für ihre Zukunft eintretende Gesellschaft einsetzen werden.
Während der Kampf für Rechte, Freiheit und ein demokratisches Zusammenleben in Rojava und Syrien weitergeht, senden wir euch revolutionäre Grüße.

